|
Gliederung
- Problem- und Zielstellung
- Schilderung der Ausgangsituation mit Bebilderung
- Möglichkeiten und Lösungen zur Verbesserung mit Bebilderung und Skizzen bzw. technischen Zeichnungen und ggf. Kalkulationen
- Maßnahmen zur Eintragung und Registrierung der Tiere
- Maßnahmen in der Auswahl der Zuchttiere
- Maßnahmen im bürokratischem Teil
- Maßnahmen im Verkaufsmanagement
- Maßnahmen im veterinärtechnischem Teil
- Maßnahmen im Stallmanagement
- Maßnahmen in der Fütterungstechnologie
- Maßnahmen im Weidemanagement
- Maßnahmen in der Pflege und Präsentation
- Maßnahmen in der Stall- und Weidetechnik
- Maßnahmen in der Zucht, Geburt etc.
- Maßnahmen im Allgemeinen Zeitmanagement
- Bewertung des derzeitigen erreichten Zustandes
- Zusammenfassung und Vorausschau
- Sonstiges
- Problem- und Zielstellung
In meinem Betrieb, derzeit im Nebenerwerb, ist es vor allem für mich selbst notwendig, rational und ökonomisch zu planen, weil ich diesen in den kommenden Jahren zum Haupterwerbsbetrieb ausbauen möchte. Dieser angestrebte Erfolg ist jedoch nur möglich, wenn meine Entscheidungen angemessen geplant und sinnvoll getroffen werden.
Hierzu habe ich beide ökonomische Prinzipien (auch Rationalprinzip, Prinzip der Wirtschaftlichkeit) zugrunde gelegt:
Zum Ersten das Maximalprinzip: Mit einem bestimmten Einsatz von Mitteln soll der größtmögliche, maximale Erfolg, Nutzen, Leistung erzielt werden. Beispielsweise wäre das der Zukauf von Futtermitteln unter Aushandlung von durch den Zulieferer gewährten Rabatten oder sonstigen Nachlässen oder die Verwertung von im Wirtschaftsjahr erzielten Gewinnen in möglichst viele Neuinvestitionen wie den Ausbau der Sattelkammer, des Geschirrraumes, des Aufenthaltsbereiches für die Nachwuchsreiter/-innen. Dieses Prinzip erfordert die Ergiebigkeit der Mittelverwendung.
Zum Zweiten das Minimalprinzip: Ein bestimmter Erfolg soll mit den geringsten (minimalen) Einsatz von Mitteln erreicht werden. Dies käme zum Beispiel bei Investitionen zur Existenzsicherung zum Tragen: Kauf eines neuen Düngerstreuers oder der Bau eines neuen Koppelzaunes. Hier kommt vor allem die Sparsamkeit der zur Verfügung stehenden Mittel zum Einsatz.
Nutzen und Aufwand werden beim ökonomischen Prinzip ins Verhältnis zueinander gesetzt, das Ergebnis ergibt den Erfolg wirtschaftlichen Handelns. Beide Prinzipien sind für mich gleichermaßen äußerst wichtig, weil die finanziellen Mittel sehr eingeschränkt sind und umsichtig verwendet werden müssen.
Jedoch ist bei aller notwendiger Sparsamkeit zu beachten, dass im Zusammenspiel zwischen ökonomischen Belangen und ökologischen Notwendigkeiten immer der Ökologie der Vorrang eingeräumt werden muß, wenn mit Gefahren für die menschliche Gesundheit (z. B. im Umgang mit Desinfektionsmitteln oder mineralischem Dünger) oder der Beeinträchtigung der Umwelt (z. B. der Ausfuhr von Mist oder Gülle bzw. Jauche als Folge von Überdüngung und der Gelangung dieser Schadstoffe in das Grundwasser) zu rechnen ist.
Weiterhin sind volkswirtschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Produktionsfaktoren von großer Bedeutung.
Auf volkswirtschaftlicher Seite stellen dies die Faktoren Arbeit (Einkommenserzielung), Boden und Natur (Rohstoffe und Naturkräfte) und Kapital (Gebäude, Maschinen, Transportmittel) dar. Wobei es sich bei dem abgeleiteten Produktionsfaktor Kapital um keinen ursprünglichen Faktor handelt, sondern dieser aus dem Zusammenspiel der beiden erstgenannten entsteht. Ferner kommt noch der ebenfalls abgeleitete (derivative) Produktionsfaktor Bildung hinzu, nicht desto weniger nicht zu unterschätzen. Er setzt sich zusammen aus Bildung, Aus- und Fortbildung und Erfahrung. Die volkswirtschaftlichen Produktionsfaktoren beziehen sich auf die Gesamtwirtschaft, hier meines Betriebes.
Betriebswirtschaftlich gesehen bestimmen diese hierzu gehörenden Faktoren den betrieblichen Leistungsprozess. Die Erstellung dieser betrieblichen Leistung erfolgt durch:
- Einsatz menschlicher Arbeitskraft (vor allem meine eigene)
- Einsatz von Betriebsmitteln (mein eigenes Grundstück mit Weide und Hofplatz, die Gebäude, Scheunen und Ställe, Autos und Maschinen)
- Einsatz von Werkstoffen (Heu, Stroh, Futtermittel, Späne u.v.m.)
- Nutzung von Rechten (Pachtverträge, EDV-Software-Lizenzen, Nutzung des „geschützen“ Namens Irish Cob für meine Pferde nach Anerkennung und Prüfung durch den europaweit tätigen Zuchtverband Echa-ESV e.V.)
Die Leitung, Planung und Organisation meines Betriebes kann und muß jedoch nur durch mich selbst erfolgen.
Insofern ist die Verwirklichung beider Prinzipien neben der Vermarktung meiner „hergestellten“ Produkte sowie die geplante Erweiterung unter dem Zusammenspiel der Produktionsfaktoren das Hauptanliegen in meinem Betrieb.
Um mein Zukunftsziel zu konkretisieren, habe ich mir verschiedene, zu erreichende Teilziele für die kommenden Jahre gesteckt.
- Stabilisierung meines Verkaufsmanagements und der Vermarktung
- Ausbau meiner Zucht auf 20 eingetragene Zucht-Pferde, davon 2 Hengste zum vorrangigen Einsatz in meiner Herde, jedoch auch zum Fremdbedecken
- Hinzufügen von Reit- und Fahrpferdeverleih mit Dressur- und Springplatz, Longierrondell und Ausreit- und Fahrmöglichkeiten in nahe gelegene Naherholungsgebiete (Sahnpark Crimmitschau, Blankenhain und Talsperre Koberbach)
- Schilderung der Ausgangsituation
Als Ausgangsituation habe ich mir erlaubt, den Stand anzunehmen, der meiner Meinung nach den Tiefpunkt in meiner Laufbahn bislang darstellte:
Oktober 2005.
Die Gründe hierfür liegen in der familiären Trennung von meinem Ex-Mann, welcher keine Gelegenheit ausließ, mir damals zu schaden:
Die Fakten: Ich hatte dato 16 Pferde, davon 4 Hengste sowie die entsprechende Nachzucht. Ich wurde auf Veranlassen der Staatsanwaltschaft Zwickau mit meinen 5 Kindern in „Frauenschutz“ geschickt und musste den Hof bis zum Erlass der einstweiligen Verfügung Hals über Kopf verlassen. Die Pferde konnte ich so kurzfristig nicht anderweitig unterbringen und durfte sie einmalig am Tage mit Begleitschutz der Polizei versorgen. Daß die Tiere darunter litten, versteht sich von selbst.
Mein Ex-Mann fand großes Gefallen daran, die Pferde nachts aus den
Koppeln herauszulassen, eine Bedeckung zwischen einem Vatertier und dessen 11/2jährigen Tochter herbeizuführen und meinen Traktor John Deere 1630 auseinanderzumontieren und den Motor weit entfernt in Grüna verschrotten zu lassen. Er verkaufte meine Anhänger, Maschinen, Werkzeuge innerhalb einer Woche zu Schleuderpreisen. Er bzw. seine neue Lebenspartnerin (eines meiner ehemaligen Reitermädchen) rief mehrmals beim Veterinäramt an und beklagte die Zustände bei mir auf dem Hof. Das sie diese bewusst auch selbst durch Unterlassen von Ausmisten und Füttern/Tränken sowie Putzen herbeiführte, merkte ich erst spät. Als ich über Weihnachten und Neujahr eine Woche nicht da war, wurde mein gekörter und hlp-geprüfter Prämienhengst vergiftet. Es ist nahe liegend, jedoch auch nach erfolgter Obduktion in Priestewitz, jedoch nicht beweisbar, das auch dies auf sein Konto zu rechnen ist.
Vor Gericht erreichte ich in zwei Wochen eine einstweilige Verfügung und stand zwar dann wieder glücklich mit meiner Familie auf dem Hof, aber genauso vor einem Trümmerhaufen und einer riesengroßen Verantwortung für meine Tiere und Kinder.
Jeder andere hätte ans Aufgeben gedacht, aber in mir erwachte der Kampfeswille. War es nicht genau das, was mein Ex-Mann erreichen wollte. War es nicht genau das, was alle hier in der Nachbarschaft sowieso erwarteten. Nein, ich wollte nicht aufgeben, dass ich jedoch zum damaligen Zeitpunkt keine 16 Pferde und deren Nachzucht ordnungsgemäß halten und versorgen konnte, versteht sich von selbst. Ich verkaufte 2 Hengste schweren Herzens, aber in liebevolle und gute Hände. Mit den Stuten verfuhr ich genauso, auch alle Nachzucht verkaufte ich.
So bin ich heute auf dem Stand von 1 Hengst und 6 Stuten und deren Nachzucht, welche allerdings nur bis auf eine kleine 1-jährige Stute noch keinen neuen Besitzer hat.
Damit bin ich derzeit in der Lage, alle Tiere ausreichend und gut zu versorgen und außerdem damit genug im Nebenerwerb zu erwirtschaften, um die Gebäude zu erhalten und unseren (ganz sicher nicht allzu hoch gewählten) Lebensstandard zu sichern. Aber mehr dazu im nächsten Teil.
Ich habe dies hier nur so detailliert ausgeführt, damit der Lesende die entsprechenden Hintergrundinformationen hat. Daher möchte ich für diese Meisterarbeit auch keinesfalls eine Veröffentlichung.
Nun die konkrete gegenwärtige Situation:
Die Verteilung der Gebäude ist relativ günstig, alle liegen unmittelbar am Haus und sind von 1,2ha Land arroundiert. Es existieren 3 Paddocks, ein Dressurviereck, ein Springplatz, ein Longierrondell sowie der Rest Weiden, vorrangig für die Fohlenstuten.
Der Stuten-Stall befindet sich in einem ehemaligem Kuhstall mit herrlichem Kreuzgewölbe. Leider ist der Stall an der Seite, die zum Hang zeigt, so feucht, dass dort eine Unterbringung für Pferde nicht mehr möglich ist. Der Laufstall für die Absetzer bzw. Abfohlen der tragenden Stuten befindet sich in der gegenüberliegenden Scheune und misst 6m x 10m. Der Hengststall befindet sich im kleineren Stallgebäude und besteht, weil eben nur ein Hengst vorhanden ist, aus einer relativ großen Box von 5,50m x 5,80m.
Die Agrargenossenschaft kündigte mir zum 31.12.2005 alle Pachtverträge und Lieferverträge für Heu und Stroh.
Derzeit werde ich von 4 Bauern aus der Umgebung mit Heu, Stroh, Silage und Futterrüben beliefert. Das Kraftfutter sowie Futtermöhren, Mineralfutter, evtl. Kälbermilchpulver und Öl hole ich selbst mit dem Geländewagen.
Gepachtet habe ich von privaten Anbietern und von der Stadt Crimmitschau zur Zeit ca. 6 ha an Gründland nur zur Weidenutzung im Sommer.
Silage darf ich in leider in Zukunft nicht mehr verfüttern, es kamen etliche Beschwerden der Nachbarn über die Geruchsbelästigung. Die Mendalität der Leute darf bestritten werden, es bleibt jedoch die Tatsache, dass ich keinen Streit möchte, und deshalb zukünftig auf dieses von meinen Pferden gern genommene Futtermittel verzichten muß und werde.
- Möglichkeiten und Lösungen zur Verbesserung mit Bebilderung und Skizzen bzw. technischen Zeichnungen und ggf. Kalkulationen bzw. Futtermittelberechnungen (im Anhang befindlich)
- Maßnahmen zur Eintragung und Registrierung der Tiere
- Maßnahmen in der Auswahl der Zuchttiere
- Maßnahmen im bürokratischem Teil
- Maßnahmen im Verkaufsmanagement
- Maßnahmen im veterinärtechnischem Teil
- Maßnahmen im Stallmanagement
- Maßnahmen in der Fütterungstechnologie
- Maßnahmen im Weidemanagement
- Maßnahmen in der Pflege und Präsentation
- Maßnahmen in der Stall- und Weidetechnik
- Maßnahmen in der Zucht, Geburt etc.
- Maßnahmen im Allgemeinen Zeitmanagement
Maßnahmen zur Eintragung und Registrierung der Tiere
Im Verlauf meiner eigenen Betriebserfahrung seit 2000 habe ich bereits viele Zuchtverbände kennen gelernt. In einigen war ich Mitglied, ohne mich mit meinen bunten Pferden so recht wohl und angenommen zu fühlen. Ich hatte immer das Gefühl, dass meine Pferde dort wohl bewertet und registriert worden sind. Aber auf Anfragen oder züchterische Probleme reagierte man vielerorts ungeduldig oder ungehalten. Es ist für mich als Züchter besonders wichtig, einem Zuchtverband anzugehören, wo ich nicht nur auf dem Papier Mitglied bin, sondern auch aktiv werden kann. Es ist von großer Bedeutung, nicht in Konkurrenz mit anderen Züchtern, besonders aus der näheren Umgebung zu treten, sondern im Miteinander. 2002 machte ich mich auf einen Weg von knapp 550 km, nur um eine Irish Cob Crossbred Stute einzutragen, die aufgrund ihrer seltenen Farbe (Brauntigerschecke) überall nur als Knappstrubber in VB2 eingetragen werden sollte. Ich fand damit den Verband, den ich schon immer haben wollte: Echa-ESV e. V. Dort werden meine bunten Tiere mit Begeisterung eingetragen, einfach weil dieser Verband sich innerhalb weniger Jahre zum größten Verband Deutschlands aufarbeitete. Hier werden nur bunte Pferde eingetragen, bzw. auch einfarbige, welche allerdings der Anpaarung mit einem bunten Hengst zugeführt werden müssen.
Die Ausstellung der Papiere inkl. Farbbilder, Diagramm und Chippen dauert hier etwa 4 Wochen, wobei man sagen muss: Benötigt man dringend Verkaufspapiere, so erhält man diese ohne Aufpreis innerhalb einer Woche. Dieses Zeitmanagement ist für einen Züchter von großer Bedeutung. Außerdem kann man hier sehr preisgünstig Einzeltermine auf dem Hof bekommen, gegen die Vergütung des km-Geldes. Jede Frage, bei der man sich als Züchter nicht sicher ist, wird hier kompetent und prompt beantwortet. Selbst bei der Vermarktung von Tieren wird hier Hilfe und Unterstützung gegeben. Ich habe voriges Jahr eine eigentlich sehr hübsche Jährlingsstute in meiner Zucht zum Verkauf angeboten. Es fand sich lange Zeit bundesweit kein Käufer, trotz mittlerweile sehr weit heruntergegangen Preises. Ich rief im Verband an, und innerhalb weniger Wochen war die Stute verkauft, zu einem fairen und dem Tier angemessenem Preis. Für den Züchter ist es daher äußerst wichtig, einen fachlich kompetenten Partner in dem von ihm gewählten Zuchtverband zu haben. Einfach aus zeitlichen Gründen (monatelanges Hinterhertelefonieren hinter den Papieren entfällt) als auch aus Kosten sparenden Gründen (viele Züchter mögen nicht auf Zuchtschauen fahren, weil sie entweder keine Ambitationen dazu haben, oder aus Kostengründen oder auch aus Zeitgründen, bzw. der kurzfristigen, unkonventionellen und recht preisgünstigen Erstellung der Zuchtpapiere).
Kurz, dieser Verband hat es sich zur Aufgabe gemacht, die gescheckten Pferde, sowie deren Einsatz in Zucht und Sport durch souveräne Zuchtauswahl national und international, besonders in Europa zu verbessern und zu fördern. Es werden Erfahrungen ausgetauscht, Unterstützung bei der Vermarktung gegeben, und die Mitglieder bei Problemlösungen unterstützt und damit gleichzeitig der Verband gestärkt.
Jedes Mitglied im Verband hat direktes Mitspracherecht bei Abstimmungen, ist mitverantwortlich für die Gestaltung des Verbandes, die Verbandszeitung und die Internetpräsentation.
Dies fördert das Zusammengehörigkeitsgefühl und letztendlich auch die Vermarktungsmöglichkeiten (z. B. auf Zuchtschauen, Züchterabenden, Körungen, Schauveranstaltungen und zukünftig geplanten Auktionsveranstaltungen für die Mitglieder)
Ökonomisch im weitesten Sinne ist für mich allerdings die saubere und ordentliche Präsentation der Tiere, schon um eine bessere Note in der Bewertung des Gesamteindruckes zu erzielen und damit einer leichteren Vermarktung des Tieres Vorschub zu leisten. Daher sollte man bedenken, ob man seine Tiere frühzeitig im Jahr bewerten und die Pässe fertigen lässt, um dann mit einer guten Bewertung schon im Vorfeld die Besten des Jahres aus der eigenen Zucht auf einer Erfolg versprechenden Zuchtschau präsentieren zu können. Bei Echa-ESV e. V. finden jährlich ca. 28-30 Zuchtschauen statt, so dass die Auswahl mehrerer in der Nähe stattfindender Schauen gut möglich ist. Diese Schauen finden immer regen Anklang, und das Publikum besteht hier zum großen Teil aus Kaufinteressenten. Und selbst wenn man dort das entsprechende Tier nicht verkauft, so kann man sich doch mit einem Sieg, Reservesieg oder einer guten Platzierung einen Namen machen.
Maßnahmen in der Auswahl der Zuchttieren
Vor einigen Jahren noch ließ ich teilweise einen geplanten Pferdekauf von Mitleid für das zu kaufende Pferd gestalten. Im Nachhinein hatte ich ein körperbaulich schlechtes Pferd für viel Geld im Stall stehen, bei dessen Wiederverkauf ich noch nicht einmal die Kosten für Futter, Pflege und Tierarzt wieder erwirtschaftete.
Davon sollte man sich keinesfalls leiten lassen. Ich habe mich im Laufe der Jahre von dubiosen Händlern distanziert, weil ich weiß, dass das Mitleid doch wieder siegen würde. Es kann nicht im ökonomischen Sinne sein, das mühevoll verdiente Geld so unwirtschaftlich zu investieren. So habe ich im Laufe der Zeit gelernt, dass man in der Zucht nur etwas werden kann, wenn ich mir das Elite- oder Spitzenfohlen des Jahrgangs kaufe, gleich mit welcher Rasse ich züchte. Und dort sollte man lieber etwas mehr an liquiden Mitteln zufließen lassen, weil es eine Investition für die Zukunft ist, wenn ich meinen Stutenstamm fundiert behalten möchte.
Selbstverständlich sollte man versuchen, die besten Pferde in der eigenen Zucht zurückzubehalten, wobei allerdings auch hier das alte Sprichwort der Zigeuner gilt: „… verkauft, sobald der Preis stimmt“.
Erst letztes Jahr habe ich aus meiner eigenen Zucht ein Stutfohlen zurückbehalten. Dafür sprachen drei Gründe: Erstens, das Fohlen stammt von einem fremden Hengst. Zweitens, das Fohlen hat nunmehr schon 4 Generationen im Papier (in der Irish Cob Zucht noch heute eine Rarität). Und Drittens, es hat eine super Bewertung von 41,5 (8,3) Punkten auf einem Hoftermin. Es ist also wichtig, die eigenen Prinzipien nicht zu fest zu veranschlagen, sondern jede Entscheidung neu zu überdenken, im ökonomischen und im ökologischen Sinne.
Mein eigener, selbstgezogener Deckhengst ist ebenfalls eine Seltenheit: ein ...schecke mit sehr viel Farbe, schon jetzt 3jährig mit einem Stockmaß von 1,54m. Bereits aus Amerika erhielt ich Anfragen ob eines Verkaufes. Diese Tiere sind aber für viel Geld und gute Worte im Ausland nicht und im Inland schon gar nicht zu bekommen und deshalb ist auch ... keinesfalls zu verkaufen. Er wird im April nächsten Jahres gekört und verspricht, Prämienhengst und Irish Cob zu werden. Ich darf also davon ausgehen, dass die entsprechend Zahl der zu bedeckenden Fremdstuten für ihn nicht ausbleiben wird.
Vielleicht sollte ich an der Stelle einmal kurz zum Sachverständnis einflechten, dass diese Rasse weitgehend einfach in einen Topf unter „Tinker“ geworfen wird. Wer sich jedoch genauer damit beschäftigt, wird nicht umhin kommen, zu sehen, dass viele Fremdbluteinflüsse den originalen, schweren Irish Cob zum Irish Cob Crossbred haben werden lassen. Deshalb ist diese Einteilung auch unumgänglich. Da Echa-ESV e.V. auch das Mutterstutbuch für diese beiden Rassen hat, ist diese Klassifizierung dort sehr gut fundamentiert.
Tiere der Rasse Irish Cob haben einen eindeutigen, preislichen Vorteil gegenüber Irish Cob Crossbreds, und erst recht gegenüber den heute schon von Insidern belächelten „Tinkern“.
In meinem Bestand verfüge ich heute nur noch über Prämienstuten, sehr selten resultiert daraus einmal ein Fohlen, was keine Prämierung erreicht. Es ist also für die Vermarktung sehr wichtig, als Grundlage einen einwandfreien Zuchtbestand zu haben, und diesen auch herauszustellen und entsprechend zu präsentieren und zu vermarkten.
Maßnahmen im bürokratischem Teil
Hier habe ich mir die Erstellung eines Tagesplanes zurecht gelegt, welcher die zu erledigten Arbeiten und die dafür veranschlagte bzw. benötigte Zeit enthält. Alle anderen Termine lassen sich nach diesem festen Plan gut vereinbaren.
Sicher kann es hin und wieder durch unvorhergesehene, notwendige Tierarztbesuche, durch Futterlieferungen oder Probleme auf der Weide dazu kommen, dass der Plan unterbrochen werden muss, doch ist ein solcher hinsichtlich des Zeitmanagements für mich unerlässlich und gut einzurichten. Ein Beispiel hierfür, wie meine Tagesgestaltung in meinem Betrieb abläuft, befindet sich im Anhang.
Außerdem habe ich eine Akte für jedes einzelne Pferd und für jede Nachzucht, welche bei mir im Betrieb geboren wird. Dadurch erhält man, nicht nur in Notfällen, sondern auch in der täglichen Kontrolle, bei Wurmkuren, Impfungen, Rosse den sofortigen Überblick. Diese Akte enthält den Namen, die Lebensnummer, Geschlecht, Geburtsdatum, Abstammung, Rasse und die entsprechenden Daten über Wurmkur, Rosse, , Bedeckungen, tierärztliche Behandlungen oder Untersuchungen, Impfungen, Geburt, Zuchtschauen, Eintragungen u. a. m. . Beim Verkauf des Tieres mache ich von den Papieren und der Akte eine Kopie und gebe das Original dem Verkäufer mit. Dies hat sich in jüngster Vergangenheit immer gut bewährt und kam bei den Käufern ohne Ausnahme gut an, weil dadurch ein lückenloser Verlauf des Pferdes nachverfolgt werden kann.
Auch hier ist im Anhang die entsprechende Beispieldokumentation zu finden.
Zusätzlich führe ich im Betrieb noch ein sogenanntes „Medikamentenbuch“ sowie ein „Pferdebuch“.
Das Medikamentenbuch ist ein Erfordernis des Veterinäramtes und bei Kontrollen stets lückenlos und sauber geführt vorzulegen. Es enthält die Art des Medikamentes, die Dauer der Verabreichung, den Namen der Tiergruppe bzw. Einzeltieres, die Medikamentation selbst, den Ort der Medikamentation, den Namen des Verabreichenden und evtl. weitere Dokumentationen, wie Wartezeit, weitere begleitende Maßnahmen o. ä..
Das Pferdebuch ist eine Einrichtung meinerseits. Ich habe es gestaltet, weil ich die Fragerei und Sucherei, wann, wie und wo welches Pferd bewegt bzw. gearbeitet worden ist, satt hatte.
Im Pferdebuch wird das Datum, der Name des Pferdes und des Verantwortlichen, der Ort, die Art und die Dauer festgehalten.
Damit beugt man gleichzeitig Über- bzw. Unterbelastungen der einzelnen Pferde vor und kann so besser Reitunterricht, Fahrunterricht oder Ausritte besser und einfacher planen. Man erhält hier also wieder eindeutig eine Zeitersparnis.
Meine zugehörige Buchhaltung erledige ich aufgrund meiner früheren Berufsausbildung selbst. Die Belege werden jeweils 1x die Woche nach Datum chronologisch abgeheftet, getrennt nach Bank und Kasse. Von dort buche ich sie einmal monatlich ins Buchhaltungsprogramm und kann dort meine Gewinn- und Verlustrechnung ausdrucken, und wenn erforderlich, den gesamten Jahresabschlußbericht mit Bilanz und KER (kurzfristiger Erfolgsrechnung).
So spare ich mir in finanzieller und zeitlicher Hinsicht den Steuerberater sowie das Hin- und Herfahren der Belege und Finanzbuchhaltungsordner.
Zudem habe ich bei Bedarf jederzeit die aktuellen Daten und bin demzufolge wesentlich flexibler im Hinblick auf Investitionen, die kurzfristig getätigt werden müssen.
Maßnahmen im Verkaufsmanagement
Im Bereich Verkauf bin ich zu dem Schluß gekommen, dass heutzutage fast alles nur noch über das Internet läuft. Selbstverständlich hat die althergebrachte Zeitungsannonce noch keinesfalls ausgedient, aber die Rücklaufquote ist hier ungleich schlechter geworden. Deshalb habe ich mich schon länger entschlossen, meine Internetauftritte nicht nur auf Verkaufsseiten und deren Inserate im World Wide Web zu setzen, sondern eine eigene Homepage in Deutsch und Englisch zu gestalten. Dies ist mir wohl ganz gut gelungen, obwohl jeder Anfang gerade mit der HTML-Codierung recht schwierig ist. Ich fing mit wenigen Seiten an und baute nach und nach weitere dazu. Selbstverständlich ist dies nicht für jeden geeignet, aber dank meiner Arbeit in einem Werbestudio in Limbach-Oberfrohna weiß ich Einiges über Bilderbearbeitung, Satz und Druck sowie Werbegestaltung. Dies war für die Erstellung der Homepage von großem Vorteil.
Jeder, der kann und möchte, sollte seine Homepage selbst verwalten, zum Einen ist man hier in der Lage, alle Daten schnell abzuändern und zum anderen spart man wieder finanziell Einiges. Allerdings muß ich sagen, dass es nach einem gefüllten Arbeitstag auch anstrengend ist, sich nochmals an den Computer zu setzen. Dies ist ein Punkt, den ich noch für die Zukunft verändern möchte, weil auch ich nicht immer dazu komme, alle Daten up to date zu halten. Ich habe mir derzeit vorgenommen, Samstag abends alles, was für die vergangene Wochen zu ändern ist, auch zu ändern und ins Netz zu publizieren. So bin ich sicher, auf dem richtigen Wege zu sein und jedem Besucher auf meiner Homepage immer mal wieder etwas Neues bieten zu können.
Zusätzlich gestalte ich sämtliche Werbung selbst, und lasse nur, wenn notwendig, in einem ortsansässigen Werbestudio drucken oder plotten, wenn der Ausdruck für meinen Drucker zu groß ist. Das Aufziehen eventueller Kleber oder Motive kann ich problemlos selbst durchführen und Flyer gestalte und drucke ich generell selbst. Flyer sind ein hervorragendes Mitbringsel für Interessenten und potentielle Kunden auf Messen, Hausmessen oder Turnieren. Ich habe für mich gleich mehrere entworfen.
Dennoch darf man auch die Zeitungsanzeigen nicht unterschätzen, und sollte zumindest in den großen Zeitungen wie Pferdemarkt, Pferdeanzeiger, Cavallo etc. wenigstens ins Frühjahr hinein mit Deckanzeigen und Fohlenverkaufsanzeigen werben. So gerät man nicht in Vergessenheit für die Käuferschicht, welche (noch) keinen Internetzugang besitzt. Auch Anzeigen in der örtlichen Freien Presse und der Such&Find dürfen nicht außer Acht gelassen werden, und sei es, um die eigene Präsenz zu verdeutlichen.
Ich hatte schon Interessenten auf dem Hof, die mir auf meine Frage, wie sie denn zu mir gekommen seien, antworteten, es wäre zwar schon 2 Jahre her, aber sie hätten noch die alte Zeitungsanzeige. Es ist also nicht immer die neueste Werbung, sondern die Stetigkeit und Effektivitität, welche Erfolg garantiert.
Nun habe ich außerdem das große Glück, unverhofft seit letzten Jahres Verbindungen in das Ursprungsland/-länder der von mir gezüchteten Rassen bekommen zu haben, nach Irland und Südengland.
Dazu sollte man erwähnen, dass Irland quasi aufgrund des bisherigen und auch anhaltenden Boomes leer gekauft ist, und die Irländer sich nun bemühen, für ihre Hengste die entsprechenden Stuten bzw. Fohlen und Jährlinge zu kaufen.
Die ist für mich zum Vorteil, weil die Irländer die Pferde sofort bezahlen und man weder Gerichtskosten noch Sonstiges hat, um entweder Pferd zurückzubekommen oder das Geld. Leider ist ja die deutsche Rechtsprechung so gestaltet, dass der neue Besitzer, auch wenn er nur 5€ bezahlt, zahlungswillig ist, und man als Verkäufer dann eben sehen muß, wo man bleibt. (und die Gerichtskosten auch noch bezahlen darf) Das Pferd darf man dann auch noch nicht einmal auf eigene Regie zurückholen, schließlich ist ja ein Miteigentumsanteil an dem Tier entstanden. Unglaublich, aber wahr und selbst erlebt!
Ich verkaufe meine Tiere nur noch gegen Barzahlung bei Abholung/Anlieferung oder gegen Ratenzahlungsvertrag, in dem verankert ist, dass der neue Besitzer, sofern er 3 Monatsraten in Verzug ist, das Tier umgehend auf seine eigenen Kosten zurückzubringen bzw. herauszugeben hat, und die bisher geleisteten Raten dann verfallen.
Bislang habe ich aber immer mit der Barzahlung zufriedene Kunden gewinnen können.
Neuerdings gestalte ich meine Verträge weiterhin auf Anraten meiner Anwältin so, dass ich ganz mit Haftungsausschluß arbeite.
Es gibt die kuriosesten Sachen, die ein Käufer sich einfallen lässt, wenn er ein Pferd nicht mehr haben möchte. Meist ist dies dann im Spätherbst, wenn bewusst wird, dass auch im Winter ein Pferd Futter und Stallungen braucht. Erst kürzlich schloß ich einen Vertrag auf Probe, welcher zum 31.12.2005 automatisch in einen richtigen, ordentlichen Vertrag übergehen sollte. Ich wies im Vertrag auf den schwierigen Charakter der Stute hin (sobald diese tragend ist, wird sie recht launisch), und der Vertrag wurde geschlossen. Mehrere Telefonate folgten, in denen mir versichert wurde, dass die Stute sich prima eingelebt hatte und auch super reiten ließ, keine Probleme also, die Stute sollte bleiben. Ich erlaubte mir, im letzten Gespräch darauf hinzuweisen, dass die Kaufsumme dann im Januar in einer Summe fällig wird. Zwei Tage später hatte ich die Quittung: Die Stute sei nicht herdentauglich! Ja, und das, obwohl sie bis dato in der Herde lief, wie mir immer wieder versichert wurde?! Nun, solche Erfahrungen muß man wohl in meiner Sparte machen und man ist ja lernfähig…
Maßnahmen im veterinärtechnischem Teil
Bislang war ich immer der Annahme, einmal im Jahr eine Tetanusimpfung und halbjährlich eine Impfung gegen Pferdegrippe seien ausreichend. Erst der Vorbereitungslehrgang zum Pferdewirtschaftsmeister gab Anstoß zum Nachdenken, ebenso die kürzlichen Nachrichten über die Pferdeanämie. Ich habe mich daher entschlossen, meine Impfpläne sorgfältig zu überdenken, schon im Hinblick auf mögliche Gefahren für Mutter und das ungeborene Fohlen.
Ich werde daher zukünftig, und mit Absprache meines Tierarztes, Herrn ... auf Resequin umsteigen und die Tetanusimpfung beibehalten wie gewohnt. Allerdings muß hier der Hengst mitgeimpft werden, doch da es ohnehin nur ein einzelner ist, fällt der preisliche Unterschied dieses Impfstoffes weniger ins Gewicht und ist für mich vertretbar.
Für Tierarztbesuche habe ich immer ein Komplettset bereitstehen, bestehend aus einem Stuhl, zwei Eimern, Seife, Handtuch und Handdesinfektionsmittel. Dieser Stuhl ist in der Sattelkammer deponiert und erspart in Notfällen, in denen das Denken ohnehin schwerfällt, lange Suchereien. Außerdem kann hier die ordentlich abgeheftete Akte des Pferdes (siehe auch bürotechnischer Teil) gleich mit hinzugelegt werden, so dass sich schnell ein Überblick über vorangegangene Behandlungen bzw. Epikrise schaffen lässt.
Meine Stallapotheke bemühe ich mich, übersichtlich und stets im Hinblick auf die Haltbarkeit der Medikamente, auf dem Laufenden zu halten. Hierzu hilft eine kleine Liste im Wandschrank der Apotheke, welche nach dem Ablaufdatum sortiert ist. Außerdem gibt die Liste Aufschluß über die Verfügbarkeit der Medikamente oder des Verbandmateriales. Die Stallapotheke befindet sich in der Sattelkammer und ist somit nicht jedem (Besucher…) zugänglich, kann jedoch im Notfall vom „Personal“ sofort bedient werden.
Für die tägliche Weidekontrolle habe ich mir eine herkömmliche Werkzeugkiste zum transportablen Sanikasten umgebaut.
Darin befinden sich ein Anbindestrick, eine Schere, zwei Verbände, Kompressen, Wund- und Zinkspray, Ringelblumensalbe, eine Paste Sedalin, Kühlgel, Sonnencreme, Leckerli (zur einfacheren Eingabe von Medikamenten) und ggf. Medikamente, die einzelne Tiere verordnet bekommen haben sowie ein innen eingeklebter Zettel mit im Notfall zu verständigenden Personen und ganz wichtig, des Tierarztes.
So kann man im Falle eines Falles erste Hilfe leisten, ohne erst zurückfahren zu müssen und es ist eine Kleinigkeit, diese ehemalige Werkzeugkiste ins Auto zu stellen.
Ganz wichtig ist es allerdings auch, an der Pinnwand im Stall eine Tafel zu haben, wo alle Telefonnummern und Personen aufgelistet sind, die eine große Bedeutung für das Stallgeschehen haben. Insbesondere ist das der Hausarzt, der Notarzt, der Tierarzt, die TKBA, Nachbarn, die bei Abwesenheit eingreifen können, die nächste Apotheke(n) sowie meine Funktelefonnummer, auf der ich immer erreichbar bin. Dies ist aus unfalltechnischen Aspekten unverzichtbar.
Maßnahmen im Stallmanagement
Im Stallbereich herrschen zur Zeit für mich persönlich noch einige Defizite, mit denen ich wenig zufrieden bin.
Leider ist es im letzten Jahr im bisherigen Stutenstall zu Wassereintritt an der hinteren Wand gekommen. Ein Anruf bei der zuständigen Wasserbehörde brachte nichts, dort war man der Meinung (die Hauptwasserleitung von ... führt direkt hinter meinem Gehöft entlang), es könne kein Wasserdruckabfall festgestellt werden (und das, obwohl erst kürzlich an der Leitung auf dem Nachbargrundstück etwas weiter oben gebaut wurde?). Nun, jedenfalls eindeutig ist, dass das Wasser bei Tauwetter in kleinen Rinnsalen die Wände herunter läuft und dies, solange ich hier wohne, noch nie aufgetreten ist.
Als Sofortmaßnahme im letzten Winter habe ich die drei betreffenden Pferde bei mildem Wetter (was allerdings sehr selten möglich war) draußen gelassen, mit der Möglichkeit, jederzeit in den geschützten Hof kommen zu können. Dort hatte ich eine Unterstellmöglichkeit am Laufstall eingerichtet. Allerdings passte dies meinen aus der Stadt zugezogenen Nachbarn nicht und sie informierten wiederholt das Veterinäramt, weil die Tiere, die in ihrem Ursprungsland frei leben, lieber draußen waren und nur bei extremen Witterungsverhältnissen in den Hof kamen. Ich musste die Tiere also in die Boxen holen, die trotz täglicher frischer Einstreu nach etwa einer Stunde „durchgelaufen“ waren. Das daraus Atemwegsprobleme resultierten, muss ich wohl nicht erst erwähnen.
Letztendlich plante ich den Einbau von drei Großboxen in der Scheune. Die Maße für eine Box betragen dort 4,80 x 5,00m und kommen den Raumbedürfnissen meiner Tiere mehr als entgegen.
Der Bau wurde in der zweiten Oktoberwoche umgesetzt. Ich verwendete Hartholzplatten mit 3facher Verspindelung und U-Eiseneinfassung oben und unten. Diese Platten sind 6cm stark, 1,30 x 1,00m groß. Ich bekam diese zu einem äußerst günstigen Preis und musste dafür zwar quer durch Deutschland fahren, aber weil ich in die nähere Umgebung aus familiären Gründen ohnehin dort war, ist die Wegstrecke und die damit verbundenen Transportkosten nicht der Rede wert. Die Einfassungen wurden durch Holzbalken von 20 x 20cm gefertigt. Diese Holzbalken hatte ich noch bei mir vorrätig. Die Boxentüren bekam ich geschenkt von meinem Lebenspartner. Er hatte diese bei sich auf dem Gestüt ausgebaut. Den Naturboden habe ich so belassen und darauf 3 Pack Sägespäne als Matte verteilt. Darauf kommt normale Stroheinstreu und damit sind die Boxen immer super trocken und sehr leicht sauberzuhalten. So habe ich drei preisgünstig sehr schöne und sehr große Boxen, in denen, sofern die Abfohlbox (Laufstall) belegt sein sollte, auch notfalls eine Stute fohlen kann.
Der Ausbau von zwei ebensolchen weiteren Boxen ist dort kurzfristig noch geplant, auch wenn ich diese momentan noch nicht benötige. Jedoch im Hinblick auf die Aufstockung meines Zuchtbestandes ist diese Investition zukunfstorientiert.
Ebenfalls im Laufe der nächsten zwei Jahre ist die Restaurierung der durchnässten Wand und die Trockenlegung mit Legung einer Drainage geplant. So können dann auch diese Boxen dann wieder von kleineren Stuten belegt werden, denn die Abmaße betragen hier aufgrund des vorhandenen Kreuzgewölbes 2,80 x 3,20m.
Geplant im kommenden Jahr ist die Teilung des großen Hengststalles in zwei Einzelboxen, allerdings ohne Gitterwand, sondern nur mit halbhoher Abtrennung aus den oben beschriebenen Hartholzplatten in 2,90m x 3,50m, damit noch ein 2m breiter Futtergang zur Zwischenlagerung von Futter entsteht.
Der Laufstall soll eine herausnehmbare Zwischenwand erhalten, ähnlich wie im Stutenstall bereits vorhanden (dort kann man drei Einzelboxen durch Herausnahme der Abtrennung in eine große Laufbox umwandeln). Im Laufstall lässt sich dann durch Hinzufügen der Wand die Gruppe der Absetzer in jeweils eine Gruppe kleine Stuten und kleine Hengste teilen.
Im Stutenstall möchte ich die von früher noch installierte Mistbahn wieder in Betrieb nehmen. Dies spart Arbeitskraft und Zeit, weil der Mist nach dem Aufladen gleich zur Tür hinaus auf den Mistanhänger gefahren werden kann. So ist kein Um- und Aufladen erforderlich und der Hänger kann einmal pro Woche in die ca. 300m entfernte Jungviehanlage zur dortigen Verwertung gefahren werden. Der Laufstall ist komplett mit dem Traktor zu entmisten und im neuen Stall kann der Mist von der Karre gleich auf die Traktorschaufel gekippt und von dort auf den Hänger geladen werden.
Die Wände in den Boxen werde ich gegen Ende des Winters entweder mit 5mm starker Plastikfolie bis in eine Höhe von ca. 1,40m verkleiden oder bis 1,40m hoch mit wasserfester, abwaschbarer Wandfarbe versehen. Dies hat den Vorteil, dass gerade bei Pferden, die gern an die Wand äpfeln, diese nur abgewaschen werden zu braucht und bei Fohlen, die viele Gegenstände sehr gern belecken, dort kein Kalk oder andere Farbrückstände in den kleinen Organismus gelangen.
Erst kürzlich habe ich die Art meiner Einstreu für die Boxen gewechselt. Ich bin darauf umgestiegen, jede Box einmal pro Woche komplett zu entkernen und ein bis zwei Packs Sägespäne darin zu verteilen. Darauf kommt dann eine dicke Lage Weizenstroh (nicht wie bisher Gerstenstroh) und die Pferde sind zum einen sauberer und die gesamte Box wesentlich trockener.
Leichtgängige Selbsttränken sind im Stutenstall und im Laufstall bereits vorhanden. Im Januar ist die Verlegung der Wasserleitung und damit verbunden, die Installation von Selbsttränken im großen Stall und im Hengststall geplant. Außerdem soll der Paddock für meine blinde Stute dort gleich mit angeschlossen werden, so dass die zeitraubende Befüllung der Wasserkübel sowohl im Paddock als auch in den Boxen im neuen Stall über Wasserschlauch entfällt.
Als Zukunfsvision plane ich die Überdachung des Zwischenraumes zwischen Scheune und Stutenstall. Dieser soll jedoch befahrbar bleiben, damit die Heueinlagerung bei der Ernte problemlos in die Scheune möglich ist. Dort soll dann ein Laufstall für 5 Pferde entstehen mit einem angrenzenden Auslauf von etwa 1000m². Untergebracht werden sollen hier die güsten oder güst gebliebenen Stuten, bzw. Stuten, die eine späte Bedeckung im Jahr erfahren haben und erst im Spätsommer abfohlen werden. Die Pferde haben dann einen überdachten Raum von ca. 10,0m x 10,0m als Offenstall. Die Fütterung des Rauhfutters kann bequem von der Scheune aus erledigt werden. Ich plane dafür eine Klappe von der Größe eines Rundballens, der bequem in eine Art Raufe gerollt werden kann. So sind die Tiere in der Lage, sich jederzeit zu bedienen. Der Naturboden soll aufgesandet werden und die Abgrenzung wird mit den oben bereits erwähnten Holzbalken von 20,0cm x 20,0cm gestaltet werden. Eine zum Nachbargrundstück liegende Seite wird halbhoch mit Schalungsbrettern nach dem „Kriecher-Decker-Prinzip“ verkleidet werden, so dass von dort noch genügend Licht und Luft einfällt, die Tiere jedoch vor den Witterungseinflüssen geschützt sind.
Der Paddock für eine blinde Stute soll massiv verkleidet werden mit Schwartenbrettern. So kann ich verhindern, dass sie durch den derzeitigen Elektrozaun Schläge bekommt, auch wenn sie sich sehr vorsichtig bewegt. Diese Arbeit ist im kommenden Frühjahr geplant, um ihr und ihrem zu erwartenden Fohlen genügend Bewegung und Aufenthalt im Außenbereich zu gönnen. Eine Aufsandung halte ich hier für unangebracht, weil die grobe Körnung des Sandes dem Abrieb der relativ weichen Fohlenhufe eher Vorschub leistet als der Naturboden. Zu überlegen wäre hier allerdings, ob man einen Teil des Paddocks mit Beton-Platten auslegt um zum einen eine hygienischere Futteraufnahme zu gewährleisten und zum anderen die Korrektur von eventuellen Stellungsfehlern bzw. die Festigung der Bänder und Sehnen beim Fohlen zu fördern.
In den weiteren drei Paddocks habe ich zur Zeit große Tränkebecken stehen. Dorthin soll im Frühjahr eine Wasserleitung gelegt und mit
frostsicheren Selbsttränken versehen werden. Aus alten 5Liter Kanistern aus der Backwarenindustrie habe ich mir Halter für Salz- und Minerallecksteine gefertigt. Die 5kg Steine passen dort hervorragend hinein und sind gegen eventuelles Scharren von ungeduldigen Pferden gut gesichert. Auf den Paddocks befinden sich auch die „Schubberbesen“. Diese habe ich aus einem Brett angefertigt, auf welchem je 3 Borstenbesen verkehrt herum angeschraubt sind. Das Brett habe ich dann gut an einem Baum verschraubt und diese „Schubberbesen“ finden vor allem in der Zeit des Fellwechsel großen Anklang.
Am Springplatz lässt sich wenig verändern, weil ich ihn als Grasplatz belassen möchte. Lediglich die Anfertigung von weiteren Hindernissen (ich habe schon einige selbstgebaute) wie Wassergraben, Bodenricks und einigen niedrigen Sprüngen möchte ich noch durchführen.
Der Dressurplatz ist recht klein, aber funktional. Dieser und das Longierrondell sollen noch aufgesandet und ebenfalls massiv abgegrenzt werden, so dass dort auch unsichere Reiter und Anfänger unbehelligt arbeiten können. Diese Arbeit ist ebenfalls für den kommenden Sommer geplant.
Maßnahmen in der Fütterungstechnologie
„Heuschornsteine“. Diese Idee habe ich schon lange und die Konstruktion dazu ist auch in meinem Kopf schon lange fertig. Die Größe der Boxen gibt diesen Einbau vom Platz her und es existieren eindeutige Vorteile, wie der ständigen möglichen Futteraufnahme in der Box, Arbeitspuffer in Engpässen und der Einsparung von Futtermitteln, weil so gut wie nichts zertreten werden kann.
Da die Lagerung des Rauhfutters ohnehin über den Boxen erfolgt, ist es ein Leichtes, die „Schornsteine“ voller Heu zu füllen und das Pferd unten ad libitum fressen zu lassen.
Da meine Tiere ohnehin nur selten eine Zufütterung bräuchten, ist die tägliche Kraftfuttergabe eher als Leckerbissen gedacht und als Lockmittel. Weil ich meine Tiere allein von den Paddocks in den Stall laufen lasse, geht ein jedes in seine Box, weiß, dass es dort im Trog etwas findet und ich kann hinter jedem in Ruhe die Tür schließen. Dies ist für mich eine hohe Zeiteinsparung, als wenn ich jedes Tier einzeln holen müsste. Voraussetzung ist hier jedoch, dass keine Sachen oder Gegenstände im Weg stehen und die Tiere ihre Box so gut wie nie wechseln.
Lediglich Tiere in der Hochträchtigkeit bzw. laktierende Stuten oder der Hengst im Deckeinsatz bzw. nach schwerer Krankheit oder in schlechter Allgemeinverfassung erhalten bedarfsorientiert Zugaben.
Als Anlage habe ich für jedes Pferd in meiner Zucht eine aktuelle Futtermittelberechnung beigefügt, und es ist beeindruckend, wie schnell man meint, ein Pferd sei rundum versorgt, dabei existieren große Defizite! Die Gewichtsberechnungen habe ich nach der Formel nach CARROL und HUNTINGTON durchgeführt. Dazu habe ich jedem Pferd den Brustumfang und die Körperlänge gemessen.
Lebendmasse (kg) = Brustumfang (in cm²) x Körperlänge (in cm)
11900
1. Zuchtstuten
Stute 1: (210 cm)² x 170 cm = 630 kg = 650 kg i. d. Ration
11900
Stute 2: (210 cm)² x 165 cm = 612 kg = 650 kg i. d. Ration
11900
Stute 3: (186 cm)² x 154 cm = 448 kg = 450 kg i. d. Ration
11900
Stute 4:
(194 cm)² x 157cm = 497 kg = 500 kg i. d. Ration
11900
Stute 5: (187 cm)² x 159 cm = 468 kg = 500 kg i. d. Ration
11900
2. Hengst
Hengst 1: (186 cm)² x 163 cm = 474 kg = 500 kg i. d. Ration
11900
3. Nachzuchtfohlen
Fohlen 1:
(152 cm)² x 122 cm = 236 kg = 250 kg i. d. Ration
11900
Fohlen 2:
(144 cm)² x 118 cm = 197 kg = 200 kg i. d. Ration
11900
Das daraus resultierende Gewicht habe ich kaufmännisch gerundet und die jeweils am nächsten höher liegende im Programm verfügbare Gewichtszahl benutzt.
Daraus ist ersichtlich, dass ich die Futtermittelrationen dringend anpassen muss und werde. Diese Rationsübersichten werde ich dann gut sichtbar zum einen im Vorraum aufhängen und an jeder Boxentür sowieso.
Im kommenden Jahr wird dann auch die ständige Lieferung des Rauhfutters und der Einstreu eingestellt werden, weil ich dann wieder die Möglichkeit habe, alles über Winter in den Scheunen zu lagern. Damit machen mir plötzliche Wetterwechsel und damit verbunden, die Sorgen der Futterbeschaffung in Engpässen keine Probleme mehr. Und sicher lässt sich bei größeren Abnahme-Mengen
auch ein Rabatt aushandeln.
Auf den Weiden und Paddocks erhalten die Pferde ebenfalls Heu zur ad libitum-Aufnahme. Da die Tiere einen Großteil des Tages sommers ohnehin und winters, sobald es die Witterung irgend zulässt, fressen sie natürlich auch draußen. Dies habe ich schon immer so gehandhabt, nur mit der Art und Weise bin ich noch nicht ganz zufrieden (es wird sehr viel Futter zertreten, weil ich Bodenfütterung habe) und ich werde darüber nachdenken, dort eine Art Bodenraufe mit Zementierung zu bauen, in die man einen Rundballen hineinrollen kann. Ich denke, dies ist vom kostengünstigen Faktor her auf jeden Fall rentabel.
Und um Transportstrecken von der Scheune zum Paddock zu sparen, weil es im Winter ohnehin eine zwar kurze, aber schwierige Wegstrecke ist, plane ich die Lagerung von einem Rauhfutteranteil draußen mit der Abdeckung durch eine LKW-Plane (ist bereits vorhanden). Diese Plane ist so schwer, dass auch Wind und Wetter wenig ausrichten können und sollte einmal etwas mehr Wind sein, so dient der Stapel gleichzeitig als Witterungsschutz der sich draußen aufhaltenden Pferde.
Maßnahmen im Weidemanagement
In diesem Bereich möchte ich zukünftig versuchen, eine Wechselbeweidung der Weiden und Wiesen zu erreichen, indem ich mich mit jemandem zusammenschließe, der Rinder und oder Schafe hat.
Als Relation wird hier im Buch von Jutta von Grohne angenommen, dass eine Weide zur optimalen Bewirtschaftung , die mit ca. 75 – 85% Rindern besetzt ist, zusätzlich, gleichzeitig, vorher oder nachher 15 – 30% Pferde beigefügt werden können. Plant man dies mit Schafen, so ist ein Rind mit etwa 6-7 Schafen gleichzusetzen. Ob dies allerdings in der Realität durchführbar ist, bleibt offen.
Daher setze ich meine Maßstäbe nicht ganz so hoch, und strebe vorerst lediglich an, die Rinder- oder Schaf- und die Pferdeherde im Wechsel über die Grünflächen grasen zu lassen.
Das diese Weiden dennoch genau dieselbe Pflege durch Nachmähen, Reinigungsschnitt, Düngen, Walzen und Eggen benötigen, ist folglich.
Rinder verursachen nicht die Geilstellen, die durch der Pferde selektives Fressen entstehen. Außerdem besteht die Gefahr einer immer weitergehenden Verwurmung. Pferde haben ein hohes Laufbedürfnis und zertreten bei großen Weiden sehr viel wertvolles Futter. Pferde verbeißen allerdings auch die Grasnarbe sehr tief und lassen gleichzeitig viel Futter stehen, was geschmacklich nicht so wertvoll ist. Teilweise kann man diese subventionieren, in dem man die Weide portioniert oder täglich frische Teilstücke absteckt und zugibt, aber das Hauptproblem bleibt bestehen. Sicher ist, daß Weiden, die durch ausschließliche Nutzung mit Pferden entstehen, stets wesentlich mehr Pflege brauchen, versteht sich aus den oben genannten Gründen.
Ich habe zu einem früheren Zeitpunkt (nach dem Besuch eines befreundeten Rinderzüchters) sogar schon in Erwägung gezogen, die Beweidung des Grünlandes der Pferde ganz einzustellen und das Grünfutter komplett maschinell mit Schlepper, Mähwerk und Ladewagen zu ernten.
Dies sieht auf den ersten Blick recht einfach aus.
Allerdings muß man die Arbeitzeit und den Aufwand, die gleichzeitig, und im Nachhinein dazugehören, doch genauer betrachten.
Das ist die Unterbringung der Pferde auf dem Paddock notwendig und im Stall. Dies heißt, ich muß das Futter ernten, transportieren und verteilen.
Weil aus baulichen Gründen bei mir im Stall keine maschinelle Fütterung möglich ist, muss dies zumindest im Stall per Hand geschehen.
Außerdem kommt das Misten im Stall und die Sauberhaltung durch Äpfelabsammeln auf dem Paddock dazu.
Außerdem können die Tiere ihrem Laufbedürfnis auf einem Paddock nicht in der Form gerecht werden, wie dies auf einer Weide möglich ist.
Ich habe diesen Gedanken also als für mich unwirtschaftlich und unökonomisch wieder verworfen. Wie ich bereits erwähnte, ist die Zahl der Gedanken und Möglichkeiten im ökonomischen Sinne groß, muss aber für die eigenen Gegebenheiten und Möglichkeiten immer wieder neu überdacht werden.
Ich habe für meinen Betrieb als günstigste Möglichkeit folgende Varianten herausgearbeitet.
Meine meist recht großen Weiden habe ich stationär eingezäunt. In den Ecken und alle 25m einen fest verankerten Holzpfahl mit eingeschraubten Isolatoren. Dazwischen 1,60m hohe Plastikpfähle zum Stecken. Die Abgrenzung wird durch 2cm Band gewährleistet, eines in 1,50m Höhe, eines in 1,00m Höhe. Dazu noch einmal Litze für Kühe in 0,50cm Höhe, dies verhindert das Hindurchkriechen von Fohlen oder kleineren Pferden. Die einzelnen Teilstücke sind so gestaltet, dass die Stromversorgung nur auf der besetzten Weide vorhanden ist, so ist die Leistung am stärksten und verhindert so am ehesten ein Ausbrechen der Tiere aufgrund der höheren Stromleistung.
Die Portionierung wird durch Plastikpfähle und ebenfalls dreimaligen Bandes gewährleistet. Diese entferne ich aber nach der Beweidung, wegen der durchzuführenden Nachmaat. Die Nachmaat lasse ich derzeit recht preisgünstig durch ein landwirtschaftliches Unternehmen machen. Zum einen muss ich mich in der Weidesaison nicht darum kümmern und habe eine Zeiteinsparung, die mir hier an der Stelle schon wegen der relativ geringen Kosten wichtiger ist. Zum anderen habe ich derzeit ohnehin noch nicht die Möglichkeit, dies aufgrund des defekten Traktors selbst zu erledigen.
Eine recht gute und sehr preiswerte Einrichtung habe ich mit meinem selbstgebauten Wasserwagen. Dieser kann wahlweise hinter ein Auto als auch hinter eine Zugmaschine gehängt werden. Er ist so konstruiert, dass er aufgrund des Schwerkraftprinzipes zur Befüllung der als Tränkebecken dienenden 90l Mörtelkübel dient.
Ich plane hier allerdings noch den Anbau eines Selbsttränkebeckens, so dass er wahlweise einzusetzen ist.
Für den Bau habe ich einen DDR-Anhänger verwendet, den ich geschenkt bekam. Darauf kam ein Grundgerüst von Holzbalken, damit der hierauf stehende Wassertank (ein reklamierter Heizöltank aus dem Heizungs- und Sanitärgroßhandel - war nie eingebaut und befüllt) ein gutes Fundament hat. Damit er nicht verrutscht, habe ich ihn mit einem Spanngurt versehen. Die Wasserentnahme erfolgt über einen KFE-Hahn mit daran angeschlossenem 10m Luftdruckschlauch. Durch den großen Querschnitt erfolgt die Wasserentnahme zeitlich recht schnell. Entsprechende Nachahmungen gibt es bereits im Umkreis…
Maßnahmen in der Pflege und Präsentation
Wichtig ist hier die Hufpflege. Ich habe seit 6 Jahren in Herrn ... aus Langenbernsdorf einen soliden Partner gefunden, der mit der Zeit meine Pferde und auch mich kennen lernte und diese souverän nach meinen Wünschen ausschneidet. Zur Zeit laufen alle barhuf und sind damit gut zufrieden. Sicher wird wohl mit der Zeit eine Entscheidung bezüglich Hufschutz kommen müssen, wenn meine Tiere wieder vermehrt parallel zur Zucht im Reit- und Fahrbetrieb ihren Einsatz finden.
Dann wird die Wahl zwischen Hufschuhen, Plastikhufschutz oder Eisenbeschlag fallen müssen. Da ich jedoch diesbezüglich derzeit noch keine Entscheidung zu treffen habe, habe ich mir lediglich Literatur zur Vorabinformation besorgt.
Das Präsentieren auf einer Zuchtschau lässt sich gut vorher üben. Man steckt dazu einfach ein Dreieck bzw. ein Viereck (vorher informieren, nach welchem Schema gelaufen wird) mit kurzen Weidepfählen und einer bunten Litze ab. Flattern daran noch kurze Warnbänder, ist das Fohlen und auch die Mutterstute schon recht gut an das bunte Treiben auf einer Schau gewöhnt, und die Vorstellung klappt im Ernstfall gut.
Ich werde meine Pferde zukünftig auch wieder mehr auf Zuchtschauen präsentieren, als es in der Vergangenheit der Fall war. Die erste Gelegenheit wird die alljährliche „Partner Pferd“ sein. Dort findet sich Publikum mit regem Kaufinteresse, sowohl im höher dotiertem Bereich der Spring- und Sportpferde, als auch die Freizeitreiter und –fahrer.
Das Waschen geht recht problemlos, sowohl im Winter als auch im Sommer. Dazu habe ich mir einen gepflasterten, relativ rutschfesten Platz im Hof ausgesucht, der zudem relativ zugluftgeschützt ist. Ich wasche meine Pferde einmal mit einer „Persil“ Lauge, dann einmal klar und danach mit Nerzölschampoo für Hunde. Damit wird das saubere Fell und Deckhaar wieder verschlossen und glänzt sehr schön. Damit die Pferde besonders im Winter schnell trocknen, decke ich sie ein und packe unter die Decke eine Lage Sägespäne. Diese saugen gut auf und lassen sich sehr einfach ausbürsten.
Nachdem das Deckhaar noch feucht ist, wird es eingeflochten. Der Behang an den Beinen wird nach oben gekämmt, mit herkömmlichen Schaumfestiger versehen und nach oben gelegt einbandagiert. Dies verleiht mehr Fülle und muß vor Ort nur noch einmal kurz übergebürstet werden. Mit der Mähne und dem Schweif verfahre ich ähnlich, dieser wird zu Zöpfen geflochten und dann in einen alten Damenstrumpf gesteckt. Dieser hält über Nacht die Sägespäne und das Stroh aus der Box und beim Transport ab und lässt sich mit einem Handgriff entfernen.
Für diese Ereignisse habe ich mir außerdem eine separate Putzkiste
Angelegt, darin befinden sich herkömmliches Putzzeug, Waschzeug (mit normalen Utensilien aus jedem Haushalt – dieses ist preiswerter als die in der Pferdeindustrie angebotenen Mittelchen, und besser sind diese auch allemal), Einflechtgummis, Hufmesser (gut für kleine Pannen) etc.
Diese Kiste befindet sich gut verwahrt in der Sattelkammer und wird nur für diese Zwecke benutzt.
Außerdem bringt ein „Spickzettel“, auf dem alles steht, was mitgenommen werden muss (einschließlich der Pferde, auch die wurden schon vergessen…) und ein Zettel für noch zu erledigende Arbeiten viele Punkte, ökonomischeres Arbeiten und mehr Ruhe.
Maßnahmen in der Stall- und Weidetechnik
Ganz wichtig ist für mich entweder die Wiederherstellung und Reparatur meines Traktors. Wie im Anfang schon beschrieben, steht dieses Teil noch immer ohne Motor da. Leider ist für diese Maschinen auch keiner oder höchst selten einer zu bekommen. Die Bauern, welche einen solchen besitzen, geben diesen nicht her. Kürzlich ersteigerte ich einen Motor im Internet, leider ohne Gewährleistung und er hatte, wie bewusst vom Anbieter verschwiegen, einen Kurbelwellenschaden.
So habe ich mich derzeit entschlossen, dass was noch übrig ist (eigentlich schade, denn die ganzen Endvorgelegegetriebe und Kupplung wurden in Eigenregie erst ausgetauscht), ebenfalls im Internet zu versteigern und einen Traktor zu kaufen, an den meine Arbeitsgeräte wie Mähwerk, Balkenmäher, Heuwender, Schwader sowie Düngersteuer, Ladewagen und Frontlader auch passen. Diese Geräte sind mir geblieben und in einem technisch guten Zustand. Mit einer kleinen Zugmaschine ist man wesentlich flexibler und ungebundener, ob man nun eine Straßenzulassung hat, oder nicht. Dies sollte man bedarfsorientiert entscheiden.
Jedenfalls werde ich diese Investition in allernächster Zeit tätigen, und ich muss gestehen, dass ich mich darauf freue. Es ist für mich vor allem eine Arbeitserleichterung und Zeiteinsparung, ganz bestimmt beim Misten und in der Fütterung.
Maßnahmen in der Zucht, Geburt etc.
Hier habe ich mir bereits vor 2 Jahren eine Überwachungskamera mit Funkübertragung gekauft. Diese Investition weiß ich sehr zu schätzen. Der Sender ist auf die gesamte Laufbox ausgerichtet und ein Notlicht stört die Stute nicht. Es hat den Vorteil, dass ich weder nachts aus dem Bett muss, um eine Stute zu überwachen, noch die Stute oder deren Geburtsverlauf stören muß.
Die Mehrzahl meiner Stuten fohlt jedoch am Tage ab, und zwei suchen meine Gesellschaft, so dass ich bei der Geburt jedes Mal dabei bin. Daran kann man sehen, dass das sogenannte Sicherheitsbedürfnis zum Gebären des Fohlens auf meinem Gestüt vorhanden ist und dass die Pferde mir vertrauen. Dies macht mich sehr stolz, denn immer wieder werde ich gefragt, wie ich das mache, aber diese Gegebenheiten liegen nicht in meinem Ermessen und muss von den Pferden selbst kommen.
Entgegen aller immer wiederkehrenden Behauptungen, dass eine Stute problemlos allein abfohle, kann ich nur sagen, dass ich mehrere Geburten, darunter 3 Schwergeburten, hatte, bei denen meine Hilfe oder sogar die des Tierarztes vonnöten war. Man darf also mit diesem beliebten Spruch keinesfalls sorglos umgehen! Für den Fall der Fälle habe ich auch hier eine Kiste mit benötigten Utensilien bereitstehen. Gerade bei einer Problemgeburt ist es notwendig, sofort und gleich alles Benötigte bei der Hand zu haben.
Schon seit Jahren melke ich bei einer Stute Kolostralmilch ab. Diese Stute hat soviel Milch, dass sie ohne Probleme noch neben der Fohlenversorgung abgemolken wird und die Milch meinen Kindern zugute kommt. Selbstverständlich erhält sie dann ausreichende Zufütterung.
Die abgemolkene Kolostralmilch friere ich jedes Jahr neu ein und sie dient als Reserve, sofern doch einmal, was nicht zu hoffen ist, aber doch eintreten kann, ein Muttertier bei der Geburt verendet. Ebenso habe ich immer einen Vorrat an Fohlenmilch parat, wenn die Zeit der Abfohlungen kommt. Sollte das Milchpulver übrig bleiben, kann man dieses gut an Hengste in der Decksaison verfüttern. Meine Hengste haben die Milch immer gern genommen.
In oben besagter Kiste habe ich Desinfektionsmittel, Sagrotan, Handtücher (ausgekocht in einem Plastikbeutel verschlossen), Blauspray und Respirot (um dies lebensschwachen oder erschöpften Fohlen unter die Zunge zu träufeln). Ebenfalls habe ich auch hier wieder einen Zettel in der Kiste kleben, mit allen wichtigen Telefonnummern.
Maßnahmen im Allgemeinen Zeitmanagement
Geplant habe ich im weiteren Ausblick den Ausbau meines Betriebes auf Haupterwerb mit Unterrichtserteilung. Dies kann ich jedoch erst nach erfolgreich abgelegter Meister-Prüfung und weiteren Sachkundelehrgängen.
Darauf jedoch arbeite ich hin und baue meinen Betrieb schon derzeit darauf aus. Alle Maßnahmen sind auf eine Erweiterung ausgerichtet und dienen gleichzeitig dazu, Zeit und Geld effizient einzusetzen.
Als schöne Errungenschaft betrachte ich auch mein Büro, dass ich mir im Untergeschoß des Wohnhauses einrichtete. Alle Arbeiten lassen sich hier gut erledigen, und können auch, wenn sie unterbrochen werden müssen, ohne dass Fremdpersonen Einblick haben, liegengelassen werden.
Besonders schön, aber dies nur am Rande, ist der dort mögliche Ausblick auf die Mutter-Kind-Weide.
- Bewertung des derzeitigen erreichten Zustandes
Der derzeitige Zustand ist für mich zwar schon eine eindeutige Verbesserung im Management, aber noch lange nicht zufrieden stellend.
Da ich sehr ehrgeizig bin, werde ich immer wieder Verbesserungsvorschläge finden und versuchen, diese umzusetzen.
Jedoch ist es keinesfalls von Nachteil, mit dem derzeitig Erreichtem zufrieden zu sein, denn wenn man beginnt, sich zurückzusetzen, ist der langsame Untergang gewiß.
- Zusammenfassung und Vorausschau
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich in meiner betrieblichen Ökonomie schon ein gutes Stück vorangekommen bin, aber es auch noch in der Zukunft Etliches zu tun gibt.
Dennoch kann ich heute wieder froh in die Zukunft blicken und mit dem nötigen Elan und Schwung an die zu erledigenden Aufgaben gehen. Dies war nicht immer so, doch habe ich mir Stück für Stück mein Selbstwertgefühl zurückgeholt und dies ist der Grundstein für alle Marketing- und Managementaufgaben.
Sicher wird es noch einige Jahre dauern, bis ich auf dem Stand bin, den ich heute anstreben, doch ist es nicht besser, langsam und beständig zu wachsen, als in den Himmel zu schießen und von hoch oben schnell abzustürzen?
|